Brachen und Restflächen beleben, Stadtraum bespielen!



Ausgangslage:
Im Rahmen des Sommerprogramms 2008 wurden mit Kindern und Jugendlichen Stadtteilerkundungen durchgeführt und zahlreiche Modelle zum Thema „Spielen im Wohnumfeld“ gebaut:  
Kinder und Jugendliche in der Altstadt Ost haben in der Nähe ihres Wohnortes nur eingeschränkt Spielmöglichkeiten. Das Bedürfnis nach naturnahen Erlebnisräumen und passenden Aufenthaltsbereichen im Freien ist groß. Auch die künftigen, vielfältigen Angebote auf dem Gelände der Landesgartenschau können den Bedarf wohnungsnaher Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien und Kinder nicht abdecken.
In der Öffentlichkeit und bei Entscheidern ist das Bewusstsein für diese Defizite noch nicht sehr ausgeprägt.

Idee und Ziel:
Steigende, sich schnell ändernde, Nutzungsansprüche, begrenzter Raum und knappe finanzielle Ressourcen  brauchen neue Lösungsansätze. Mehrfach- und Zwischennutzungen sind ein geeignetes Mittel die sozialen Aktionsräume in der Stadt zu erweitern.
Als Fernperspektive kann eine Projektkoordination, initiiert vom Quartiersmanagement, hierfür rechtzeitig Räume identifizieren, Interessenten bündeln und die wesentlichen Inhalte, Entscheidungen und Umsetzungsschritte einleiten bzw. abstimmen.
Damit soll langfristig sichergestellt werden, dass das Modell „Mehrfachnutzung“ sowohl in städtischen Grün-, Stadträumen und Gebäuden als auch nach Möglichkeit auf Flächen von anderen Raumeigentümer/innen (Sportvereine, Schulen,…), zur Schaffung von Spiel- und Aktionsräumen für Kinder und Jugendliche, umgesetzt wird.

Die Anforderungen an Mehrfach- und Zwischennutzungen sollten von den Betroffenen selbst formuliert werden. Kinder und Jugendliche werden von Akteuren aus der Jugendarbeit dabei unterstützt ihr Expertenwissen bei der Entwicklung bedarfsgerechter Konzepte ihre Bedürfnisse und Wünsche einzubringen und bei der Umsetzung und am Betrieb beteiligt. Diese Erfahrungen können auch auf „InDoor“-Nutzungen übertragen werden.

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass schnelle und flexible Lösungen für die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit wenig Aufwand möglich werden, wenn entsprechende Strukturen  vorhanden sind.  Um die Möglichkeiten und Potentiale eines solchen Ansatzes für Rosenheim auszuloten, werden im Juli 2009, im Rahmen des diesjährigen Sommerprogramms, versuchsweise einzelne Restflächen im öffentlichen Raum zusammen mit Kindern und Jugendlichen als „Stadtoasen“ gestaltet und genutzt - ein öffentlichkeitswirksamer Impuls für Anwohner, jung wie alt, sich mit den Nutzungsmöglichkeiten öffentlicher Räume in der eigenen Stadt auseinanderzusetzen und Aufforderung sich an der Diskussion zu beteiligen.
Aus den Erfahrungen dieses Programms könnten dann erste Konzeptansätze für eine stetige Nutzung wechselnder Rest- und Brachflächen entwickelt werden.

Projekt:
Orte in der Altstadt Ost, die momentan ungenutzt sind, werden über einen kurzen Zeitraum gemeinsam mit Kinder und Jugendlichen bespielt. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen stehen dabei im Zentrum. Entwurf und Planung für die Gestaltung dieser Flächen werden zusammen mit 2 Schulklassen oder Jugendgruppen im Vorfeld erarbeitet und mit den Kindern und Jugendlichen innerhalb eines 3-tägigen Projekts vor Ort umgesetzt. Am Ende der Woche werden, die Orte mit einer öffentlichen Veranstaltung eingeweiht und in den folgenden drei Tagen von Kindern und Jugendlichen bespielt. In dieser Zeit bietet der Stadtjugendring vor Ort ein situationsbezogenes offenes Programme an und eine junge Initiative zur Förderung Rosenheimer Kinokultur möchte ein Open-Air-Kino veranstalten.

Kooperationspartner:
- pro Arbeit Rosenheim e.V., Frau Amann,
- Stadtjugendring, Region Mitte und Ost, Frau Mies, Frau Stach
- KinoKultur Rosenheim e.V.

Umsetzungspartner (Schulprojekte):
- Hort Jonathan, Frau Baur
- Astrid-Lindgren-Grundschule
- Hauptschule Mitte

Konzeption und Durchführung:
Quartiersmanagement Altstadt-Ost, Jan Weber-Ebnet, Architekt
URBANES WOHNEN eG, Miriam Mahlberg, Dipl.Ing. Fr. Architektur






STADTOASE an der Färberstraße
Panorama-Ansicht (zum Vergrößern anklicken)